Altdeutschland | 24 Mariengroschen (2/3 Thaler) | Braunschweig-Wolfenbüttel | Karl I. 1735 -1780

Die Fakten zur Münze (24 Mariengroschen – 2/3 Thaler) im Überblick:

Gewicht : 12,66 g
Durchmesser: 33,00 mm
Dicke: 1,8 mm
Material: Silber
Gesamtauflage: unbekannt
Prägejahre: 1773-1778
Ø Preise: 75 €

Die niedersächsisch-westfälischen Mariengroschen wurden vom 16. bis zum 19. Jahrhundert geprägt und waren vor Einführung der Reichsmark-Währung des deutschen Kaiserreichs, das dortige gängige Zahlungsmittel. Die bei der folgenden Münze verwendete Abbildung des „wilden Mannes“, stellt eine riesenhafte Sagengestalt dar, die in der Lage ist, mit bloßen Händen Bäume auszureißen. Der Ursprung der Sagengestalt liegt wohl in den Erzählungen von Bergleuten aus dem Erzgebirge und lässt sich auf Anfang des 16. Jahrhunderts recherchieren.
1539 taucht der „wilde Mann“ erstmals auf Münzen von Herzog Heinrich dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel auf. Bis Ende des 18. Jahrhunderts bleibt er ein beliebtes Motiv auf den Münzen des welfischen Adelsgeschlechts.
Aufgrund der unterschiedlichen Legierungen der Mariengroschen (Braunschweig, Hildesheim und Goslar) und der Folgen der Kipper- und Wipperzeit, waren sie in Ihrem Wert relativ unbeständig. Der Umtauschwert gegenüber dem Reichthaler wurde auf 36 Mariengroschen = 1 Reichstaler festgelegt. Aus diesem Grund sind auf einigen Mariengroschen auch zusätzlich das Nominal in Reichsthalern abgebildet, z.B.: bei 24 Mariengroschen = 2/3 Reichsthaler.

Der Avers der Münze zeigt das Motiv eines teilweise nur mit einem Lendentuch bekleideten Riesen, dem „wilden Mann“, welcher mit seiner rechten Hand einen stilisierten Baum greift und die Linke selbstbewusst auf die Hüfte abstützt. Zu seinen Füßen sind weitere 8 kleine Tannenbäumchen zu erkennen. Auf der Seite ist das Nominal „24“ für 24 Mariengroschen, abgebildet.

24 Mariengroschen (2/3 Thaler) - Avers

24 Mariengroschen (2/3 Thaler) – Avers

Die Abbildung ist umlaufen mit der lateinischen Umschrift: „NVNQVAM RETRORSVM“, was ins Deutsche übersetzt: „NIE ZURÜCK“ heißt.
Die Aversseite weist ihrem Alter entsprechend Abnutzungsspuren auf und entspricht dem Erhaltungsgrad „schön+“ (s+). Das Relief ist soweit sehr gut erkennbar erhalten, der Rand hat allerdings bis auf ein paar Reste unten seine Kerbung verloren.

Die Reversseite fällt durch die mittig gesetzte Schrift des Nominals auf: „24 MARIEN GROSCH: FEINSILBER L:C:R:“. „L:C:R“ stellt hierbei das Münzmeisterzeichen dar – Ludwig Christian Ruperti, Communion-Münzmeister zu Zellerfeld. Links und rechts der Zahl „24“ sind zwei kleine fünfblättrige Blumen erkennbar.

24 Mariengroschen (2/3 Thaler) - Revers

24 Mariengroschen (2/3 Thaler) – Revers

Eingebettet ist die Schrift in einem Kreis, umlaufend beschrieben mit der lateinischen Umschrift: „D.C. CARULVS DVX BRVNSVIC L T LVNLB 1776“ und einer weiteren dritten rosettenförmigen Blume.

Die Erhaltung der links abgebildeten Münzseite kann als „sehr schön“ (ss) eingestuft werden, da das Münzbild nur wenige Abnutzungsspuren enthält.

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