Der Vatikanstaat und das französische Münzsystem

Lateinische Münzunion (LMU) 1865 – 1926

Die Lateinische Münzunion (LMU) wurde 1865 durch die Staaten: Frankreich, Italien, Schweiz und Belgien gegründet.  Diese Staaten, mit hohem ökonomischen Entwicklungsstand waren bereits realwirtschaftlich stark verflochten. Das Münzsystem beruhte auf einem Doppelwährungssystem (Silber und Gold).  Für die Gold- und Silbermünzen bestand ein Annahmezwang in allen Mitgliedsländern. Diese mussten regelmäßig über das geprägte Münzvolumen informieren.

Schon bald zwangen die unterschiedlichen Metallpreisverhältnisse die Münzunion in einen mühsamen Übergang in ein Goldwährungssystem.

Der Vatikanstaat und das französische Münzsystem

Der Vatikan führte 1866 das französische Münzsystem ein und prägte seine Münzen entsprechend dem Standard der Lateinischen Münzunion. Die Verhandlungen zur Aufnahme in das Bündnis scheiterten allerdings daran, dass der Vatikan zu viele Münzen prägen lies. Der Vertrag sah vor, dass pro Einwohner nur 6 Franken geprägt werden durften.

Eigentlich ist der Name: „Vatikan“ der falsche Begriff, denn hier handelt es sich, wie auf den Münzen auch zu lesen ist um den Kirchenstaat, „Status Pontificius“ welcher von 756 durch die Pippinische Schenkung bis zum Jahr 1870 existierte. Seit dem Jahr 1849 waren französische Truppen als Schutzmacht im Kirchenstaat stationiert. Als Frankreich im Sommer 1870 Preußen den Krieg erklärte und daraufhin alle Truppen abgezogen hatte, konnte das italienische Militär unter Viktor Emanuel II. ohne großen Widerstand in den Vatikanstaat einmarschieren. Sie entmachteten den Papst und erklärten Rom zur Hauptstadt Italiens. Die kirchlichen Verwaltungsorgane verblieben ab 1870 in der Vatikanstadt. Erst 1929 wurde die „Römische Frage“ in den Lateranverträgen mit Mussolini abschließend geklärt. Ab sofort hatte der Vatikan als der weltliche Sitz des Papstes einen souveränen und international anerkannten Status als Nachfolger des Kirchenstaates.

Kirchenstaat 20 Lire 1867 | KM# 1382.2

Die Fakten zur Münze (20 Lire 1867 – Vatikanstaat) im Überblick:

Gewicht : 6,45 Gramm
Feingewicht: 5,805 Gramm
Durchmesser: 22 mm
Dicke: 3 mm
Material: Gold (900/1000)
Gesamtauflage: ca. 43.818 Stück
Prägejahre: 1866 – 1870
Ø Preis über alle Erhaltungsklassen: ca. 400 €

Der Avers dieser Münze zeigt das Abbild Pius IX (1792 – 1878), Papst von 1846 bis 1878 – mit Blickrichtung nach Links. Die Umschrift der Avers Seite lautet: „PIVS IX PON MAX A XXI“.

20-Lire-1867_Vatikanstaat_Avers

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Die Erhaltung der Aversseite kann als sehr schön („ss-“) eingestuft werden, da das Münzbild dieser Seite einige Abnutzungsspuren aufweist.

Der Revers der Münze ist gekennzeichnet durch das Nominal: „20 LIRE“ und das Prägedatum: „1867“ welche von einem Kranz umlaufen werden. Die Umschrift der Reversseite lautet in lateinischer Sprache: „* STATO * PONTIFICIO *“ , was auf Deutsch: „Kirchenstaat“ bedeutet.

20-Lire-1867_Vatikanstaat_Revers

20-Lire-1867_Vatikanstaat_Revers

Im unteren Bereich der Münzseite befindet sich der Prägebuchstabe: „R“ = Rom. Der Rand der Münze ist geriffelt.

Pius IX (1792 – 1878) war von 1846 bis 1878 mit 31 Jahren und 8 Monaten der Papst mit der längsten Amtszeit. In seiner Amtszeit fiel das Erste Vatikanische Konzil. Im Jahr 2000 wurde Pius IX. von Johannes Paul II. seliggesprochen.

Kirchenstaat 1 Lira 1867 | KM# 1378

Die Fakten zur Münze (1 Lira 1867 – Vatikanstaat) im Überblick:

Gewicht : 5 Gramm
Feingewicht: 4,175 Gramm
Durchmesser: 24 mm
Material: Silber (835/1000)
Gesamtauflage: ca. 3.987.000 Stück
Prägejahre: 1867
Ø Preis über alle Erhaltungsklassen: ca. 20 €

Der Avers dieser Münze zeigt das Abbild Pius IX (1792 – 1878), Papst von 1846 bis 1878 – mit Blickrichtung nach Links.

1-Lira-1867-Vatikanstaat-Avers

1-Lira-1867-Vatikanstaat-Avers

Die Umschrift der Avers Seite lautet: “ PIVS IX PON· MAX·AN·XXII“.
Die Erhaltung der Aversseite kann als sehr schön („ss“) eingestuft werden, da das Münzbild dieser Seite einige Abnutzungsspuren aufweist.

Der Revers der Münze ist gekennzeichnet durch das Nominal: „1 LIRA“ und das Prägedatum: „1867“ welche von einem Kranz umlaufen werden.

1-Lira-1867_Vatikanstaat_Revers

1-Lira-1867_Vatikanstaat_Revers

Die Umschrift der Reversseite lautet in lateinischer Sprache: „* STATO * PONTIFICIO *“ , was auf Deutsch: „Kirchenstaat“ bedeutet.

Im unteren Bereich der Münzseite befindet sich der Prägebuchstabe: „R“ = Rom. Der Rand der Münze ist geriffelt.

Die Familie Hornung handelt in 3. Generation mit Münzen, Briefmarken, Edelmetallen, Schmuck und Luxus-Uhren. Für unsere internationale Kundschaft bewerten und suchen wir diese feinen Sachwerte im direkten Ankauf oder auch in Kommission. Neben dem Handel ist Torsten Hornung von der Industrie- und Handelskammer zu Wiesbaden als Sachverständiger für Briefmarken bestellt und vereidigt! Sein Leistungsspektrum können Sie hier einsehen: Vereidigter Briefmarkensachverständiger.